Memphis Downtown

Memphis Down- (und auch Up-) Town sind keine quirligen, lebhaften Stadtteile. Im Gegenteil – viele Gebäude stehen leer oder sind schon vom Verfall gezeichnet. Die Architektur, die in weiten Teilen um die Jahrhundertwende (1880 – 1920) erstellt wurde, ist von einem ganz speziellen Charme und nicht nur morbide. Die Menschen, die in Downtown zuhause sind, sind zum großen Teil farbig, wirken freundlich und aufgeschlossen.

Wir haben Downtown heute auf den drei Linien der historisch anmutenden Trolleys, die nach wie vor das Nahverkehrsmittel nicht nur für Touristen sind, abgefahren.

 

 

 

Zwischendurch haben wir bei einem kleinen Herrenausstatter ins Schaufenster gesehen und überlegt, ob Gerhard sich wohl ein Paar blaue Wildlederschuhe kaufen sollte, als ein Mann auf uns zukam und fragte, ob uns die Waren gefallen. Er stellte sich  als der Inhaber vor, war aber nicht so geschäftstüchtig, seinen am Sonntag geschlossenen Laden für uns aufzusperren. Ich bin gespannt, ob Gerhard morgen mit neuen Schuhen an den Füssen aus diesem Laden spaziert.

Apropos spazieren: Nach unseren Trolley-Fahrten sind wir nach Mud-Island gelaufen. Diese ehemalige Sandbank ist über eine Brücke sowie eine Schwebebahn mit dem Festland verbunden und dient als Park dem Vergnügen, aber auch der Bildung. So gibt es neben dem obligatorischen River-Museum auch eine Anlage, die den Verlauf des Mississippi und seiner Zuflüsse in den verschiedenen US-Staaten maßstabsgerecht darstellt und sich über eine halbe Meile erstreckt. Sehr interessant.

Auf dem Fluss selbst gab es heute auch Schiffsverkehr, und zwar nicht nur den Schaufelrad-Dampfer, der gar keiner ist, sondern für die Touristen nur so zurecht gemacht wurde.

Einige Schubschiffe sind mit ihren Lasten flussauf, flussab an uns vorbeigezogen. Diese Schuber haben durchschnittlich vier mal fünf antriebslose Bargen im Verband und sind nicht nur flussabwärts mit der Strömung zügig unterwegs. Das Manövrieren dieser Schiffe ist nicht ohne und nach jedem Ladevorgang muss der ganze Verband wie ein Puzzle neu zusammengesetzt werden.

Nach einem – weil es so lecker war – wieder mal zweifachen Eis, das uns das Abendessen ersetzt, sitzen wir  nun im Hotelzimmer – bei offener Balkontür, denn La Cucaracha läßt sich hier nicht mehr blicken. Eigentlich wollten wir ja abends zum Musikhören um die Häuser ziehen, aber bisher ist es uns das nicht gelungen und weil mein Flieger schon am Mittwochvormittag geht, fürchte ich fast, dieser Plan wird unausgeführt bleiben.  Man kann ja auch nicht alles im Leben haben, es reicht ja, morgens mit demselben Ohrwurm aufzustehen, mit dem man am Vorabend ins Bett gestiegen ist. 🙂

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